Die Kunst der Reduktion

Die Kunst der Reduktion

„Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weg lassen kann.“ Dieser weise Satz von Saint Exupery steht im Eingangsbereich eines renomierten und erfolgreichen Welser Sanitärgroßhändlers und lädt dazu ein, zu überlegen, ob die Perfektion der Einfachheit schon erreicht ist.

Diese Mangelware Einfachheit in der komplexen Gesellschaft ist sehr erholsam.
Das more and more der vielfältigen Konsumangebot und Unterhaltungsmöglichkeiten hat nicht nur Vorteile. Wir sind auf das Sammeln und Anhäufen produziert und füllen unsere seelischen und äußeren Räume mit allerlei Dingen an. Jedes einzelne hält uns in der Vergangenheit fest, es erinnert an etwas, das gewesen ist. Das Leben ist immer hier & jetzt.
Es kann sehr befreiend sein, etwas wegzugeben, herzuschenken oder auch einfach aufzuräumen, Ordnung zu schaffen. Arbeitstechnisch, ist es sehr ratsam, den Platz an dem man arbeitet, von allem zu befreien, was da nicht unbedingt notwendig ist. Die Konzentrationsfähigkeit wird sich schnell erhöhen. So gesehen ist es gut sich zu fragen: „Was kann ich alles ungestraft weglassen.“ Wieviel brauche ich wirklich?
Ähnlich wie am Schreibtisch ist es mit der aktiven Lebensgestaltung. „Wir leiden an der Hölle der Möglichkeiten.“ Sich einmal die Vielfalt an Werten, Freizeitunterhaltungen oder Träumen zu notieren und dann schrittweise die wegzulassen, die mir weniger wichtig sind als andere solange bis das Wichtigste übrig bleibt, macht das Leben einfach. Ich mache es einfach und es gibt ja bekanntlich nichts Gutes außer man tut es. Jeder äußere Raum den ich gestaltet habe, wirkt positiv auf mich zurück auch die kleinsten Veränderungen. Jeder innere Raum – in Form von positiven Stimmungen, den ich kultiviere ist eine unerschöpfliche Kraftquelle.
Jedes unnötige Ding von dem ich mich trenne ist eine Befreiung und vielleicht freut sich ja jemand über ein Geschenk.
Auch in meinem Beziehungsumfeld kann ich mal `aufräumen´. Die Klärungsfrage lautet: „Wer tut mir gut ?“ und weiter: „Warum kümmere ich mich immer um die anderen, die die mir nicht gut tun?“
Kolumne Durchgeblickt in: Welser Rundschau Mai 2005

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