Sinnverlust
Der Verteilungskampf innerhalb der entwickelten Gesellschaften geht zwar weiter, doch sind von seinem Ausgang keinerlei Lösungsimpulse zu erwarten, da sich das Schicksal der Erdbevölkerung in ganz anderen Arenen entscheidet. Um das Überleben kämpfen alle, ob arm oder reich, ob hoch oder niedrig, die Armen allerdings häufiger und öfter unter Einsatz anderer Ressourcen und zur Bewältigung ihrer eigenen spezifischen Probleme. Einsamkeit und Sinnverlust - als allgemeiner Nenner - verschonen allerdings niemanden. Die negativen Folgen treten ein, obwohl ihr Gegenteil, das individuelle Glück, angestrebt wird. Von einem Sinn für die Grenzen des menschlichen Glücksstreben ist in fortschrittlichen Kreisen jedenfalls wenig zu merken. `Unerreichbare Ziele für alle!´ist die Devise, die uns hier entgegentritt. In der sozialen Wirklichkeit erzeugen wir aber Knappheiten der Arbeit, des Wohnraums, der Ehre. Diese Knappheiten haben sich in den letzten Jahrzenhnten sukzessiv verschärft und neigen nun den sich vertiefenden und oft kommentierten Spaltungen der Gesellschaft zugrunde. Das bedeutet, dass die Verlierer der Konkurrenzgesellschaft immer schlechter abschneiden, dass aber auch die Gewinner ihres Sieges nicht richtig froh werden können. Auszug aus: LE MONDE diplomatique: Allgemein hatten wir uns eine bessere Welt erhofft von Hans Georg Zilian




