Sehnsucht
Montag, 5. Dezember 2005
Am morgen im Gezwitscher der Vögel
liege ich alleine und spüre deine Beine
sich winden und reiben und wünschte,
dass sie noch etwas bleiben.
Wenn ich meiner Wege gehe
dann fragt die Seele
War ich hier mit ihr?
oder merke: da wollten wir hin.
Ganz durchdrungen ist mein Sehnsuchtssinn
von den gelegten Spuren eines möglichen Lebens.
Jeden Tag kommt tausend mal die Erinnerung
an die Fülle der Tage und ich wage zu sagen
nie war es so tief durchdrungen von Liebe und Schmerz.
Aufgewacht und neugeboren aus einem unendlich bergenden Traum
beginnen meine Augen völlig neu zu schaun.
Sie suchen die Erfahrung dieser Tiefe zu lösen
und auf die Welt zu legen auf die vielen kleinen Dinge,
denn der heilige Frühling ist so groß und schwer,
dass nur die ganze Welt ihn tragen kann.
Langsam mischt sich Freud und Leid zu einem stillen demütigen Kleid
der Dankbarkeit-
lebend aus des gebrochenen Herzens strömendem Blut,
das sich über die Welt ergießt
bei jedem sichtbaren Liebeszeichen.
Norbert Krennmair (April 2004)





