Barmherzigkeit mit sich Selbst

Donnerstag, 17. Mai 2007

Affirmation: " Ich muss mir von mir selbst nicht alles gefallen lassen."

Gedicht
Wenn er kommt, der Besucher,
der Neugierige und dich fragt,
dann bekenne ihm,
daß du den Sinn des Lebens
immer noch nicht gefunden hast,
daß du geliebt hast,
aber unzureichend.
Daß du gekämpft hast,
aber mit zaghaften Armen.
Daß du an vielen Orten zu Hause warst,
aber ein Heimatrecht hast an keinem.
daß du dich nach dem Tode sehnst
und ihn fürchtest,
daß du kein Beispiel geben kannst
als dieses: immer noch hoffen.
Marie Luise Kaschnitz

Gnadenerfahrung

Donnerstag, 17. Mai 2007

" die Gnade trifft uns, wenn wir in großer Not und Unruhe sind.Sie trifft uns, wenn wir durch das dunkle Tal eines sinnlosen und leeren Lebens wandern. Sie trifft uns, wenn wir unsere Entfremdung tiefer als gewöhnlich empfinden, weil wir ein anderes Leben verletzt haben. Sie trifft uns, wenn unser Ekel vor unserem Sein, unserer Gleichgültigkeit, unserer Schwäche, unserer Feindseligkeit, unserem Mangel an Richtungen und gelassenheit uns unerträglich geworden ist. Sie trifft uns, wenn Jahr um Jahr die ersehnte Vollendung unseres Lebens nicht zustande kommt, wenn uns vor Jahrzehnten alte Zwänge beherrschen, wenn die Verzweiflung alle Freude und allen Mut zerstört. Manchmal bricht in einem solchen Augenblick ein Lichtstrahl in unsere Dunkelheit, und es ist, als spräche eine Stimme: du bist angenommen, angenommen von dem, der größer ist als du und dessen Namen du nicht kennst. Fage jetzt nicht nach dem namen; vielleicht wirst du ihn später erfahren. Versuche jetzt nicht, iregnd etwas zu tiun; vielleicht wirst du später viel tun.Suche nichts; leiste ncihts; plane nichts. Nimm einfach die Tatsache an, daß du angenommen bist. (Tillich in : K. Asper verlassenheit und Selbstentfremdung)

Lebenserfahrung

Samstag, 12. Mai 2007

Wenn er kommt, der Besucher, der Neugierige und dich fragt, dann bekenn ihm,
dass du den Sinn deines Lebens
immer noch nicht herausgefunden hast,
obwohl du schon so alt bist.
Dass du geliebt hast, aber unzureichend.
Dass du gekämpft hast,
aber mit zaghaften Armen.
Dass du an vielen Orten zu Hause warst,
aber ein Heimatrecht hast an keinem.
Dass du dich nach dem Tode sehnst
und ihn fürchtest,
dass du kein Beispiel geben kannst
als diese: immer noch offen.

Marie Luise Kaschnitz