Dem Leben auf der Spur

Dem Leben auf der Spur

`Heute schon gelebt.....´ ? Der Alltag als funktionierendes Mitglied der Leistungsgesellschaft ist bestimmt von unablässigem Erledigen von Aufgaben ohne aufzugeben. Das Abbarbeiten des beständigen Überflusses an Anforderungen und Aufgaben wird zur Tugend erklärt und damit gespeißt von Suchtkomponenten. Ich will mehr von der Droge.
Jedoch wird seelisch alles was man betreibt mehr, so auch die Aufgaben. Das System schraubt sich selbst hoch. Je mehr Informationskanäle wir haben desto mehr Information wird verschoben. Wer sich gerne selbst aufgibt im Erledigen von Aufgaben, dem wird vieles zum Lösen aufgegeben bis man schließlich zusammenbricht.
Die Krise, der Zusammenbruch erlöst aus der unbarmherzigen Selbstverleugnung aller Bedürfnisse und Gefühle.

Langsam dringt dann das Leben wieder vor in die ausgemergelten Rizzen der Seele.
Der Mensch ist fähig sich Selbst zu verleugnen, er kann einen Weg gehen auf dem er sich Selbst links liegen lässt.
Die Suche nach der neuen Lebendigkeit ist schwierig, weil die Fußabdrücke des Alten Drachen `Ich bin eben so´ so tief sind. Immer wieder fällt man in die alten Muster und Gewohnheiten zurück, wie es die folgende Entwicklungsbeschreibung deutlich macht.
Entwicklung braucht Zeit
1 Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren...Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos wieder herauszukommen.
2 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.I ch tue so als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es sehr lange wieder herauszukommen.
3 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein...aus Gewohnheit. Meine Augen sind weit offen. Es ist meine Schuld. Ich komme sofort heraus.
4 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe darum herum.
Veränderung braucht Zeit und die wird einem dann nicht mehr gegeben. Wer also nicht rechtzeitig abbiegt knallt leicht an die Wand. Drum heißt es auch, wenn’s am Schönsten ist soll man aufhören.
Mein Lieblingsspruch: Solange ich lebe ist es nicht zu spät sich daran zu beteiligen. Und wie ein Freund sagte: `Wenn du jetzt nicht du selbst bist, dann bist du´s nie.´

Kolumne Durchgeblickt: Welser Rundschau Mi 8.6.2005

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