Überfluss und Mangel
Kolumne Durchgeblickt: Welser Rundschau
Überfluss und Mangel (Teil 1)
Wir leben im Überfluss. Von allem ist zu viel da. Zu viel Wasser, darum verkaufen wir es. Zu viel Ware in den Regalen. Zu viele Informationen, die wir Abspeichern in Megabyte- Dimensionen. Zu viele Freizeitangebote, zuviel Werbung in der Post, zuviel schlechte Nachrichten, zuviel Abbucher. Das heißt übrigens Fixkostenproletariat, wenn das Geld reint kommt und alles ist schon wieder abgebucht.
Wir haben auch zu viele Beziehungen die uns belasten, weil ja alle immer mehr wollen voneinander und wir keine Zeit und Energie haben.
Wir haben auch dauernd zu viele Aufgaben und zu viele e-mails. Sogar zu viel Obst wächst auf den Bäumen, das wird dann vernichtet damit der Preis stabil bleibt.
Schon interessant , das uns der Überfluss immer mehr zu schaffen macht. Selbst die Freiheit, der Wohlstand, die Demokratie, der Verkehr (auf der Straße) alles zu viel. Zugleich gibt es da aber auch allerlei Mangel. Darüber spricht man aber nicht.
Den Mangel an Personen denen man vertrauen kann und die man liebt. Die meißten von uns haben im wasserreichen Österreich Dehydrierungserscheinungen, weil sie das Wasser trinken verweigern und weil zuviel Kaffee und Alkohol da ist, der ja auch getrunken werden muss.
Es gibt immer mehr sehr dünne Menschen, die Mittel im Überfluss verhungern. Und da wären noch die Verzweifelten mit dem erschöpften Selbst, denen alles zu viel ist. Das nennt sich dann Depression, und ist die Fähigkeit das ganze Leiden auf zu fangen, das die `Pseudoglücklichen´, um sie herum verweigern . Die Pseudoglücklichen das sind die, die vor zu viel Erfolg nicht mehr merken wer sie eigentlich sind und was in der Welt vor sich geht und die, die unabhängig von ihrem inneren Zustand sagen `Danke gut´ wenn man sie frägt wie´s ihnen geht. Dann gibt’s da noch die Männer denen es langsam zu viel wird mit Konkurrenz, und Leistungsdruck ohne Entkommen und toller Vater und toller Ehemann und viel verdienen und immer stark sein.
Ja wenn alle Alles haben wollen, dann bleibt eben nichts übrig außer Mangel.
Ich denke man nennt das Dialektik. Wenn jeder nur nimmt, dann entsteht ein riesen Mangel.
Geb´s Gott, das sich da wieder was ändert.




