Die Tugend des rechten Maßes
Die Tugend des rechten Maßes ist neben der GERECHTIGKEIT, der TAPFERKEIT, und der KLUGHEIT einer der vier Kardinaltugenden nach Platon und Aristoteles.
"Sie verlangt zuerst, dass ich mein Maß erkenne. Erst dann vermag ich, meinem Maß entsprechend zu leben. Jeder Mensch hat eine Veranlagung, sein je eigenes Potential an Kräften und Fähigkeiten. Das eigene Maß zu erkennen, heißt auszuloten, was ich zu leisten vermag und was in mir an Möglichkeiten steckt. Wer gegen sein Maß lebt wird krank. Der Maßlose überfordert sich selbst und lebt an sich vorbei. Im Griechischen heißt diese Tugend sophrosyne´= ordnende Verständigkeit. Die Lateiner sprechen von `temperantia´. Temperare´heißt: richtig ordnen, zusammenfügen, zügeln, schonen. Es gehört also zu dieser Tugend die Fähigkeit, das eigenen Leben so zu ordnen , wie es meinem Wesen und meinem Maß, meiner `mensura´entspricht. Das Ziel des rechten Maßes ist die Ruhe der Seele, die innere Ausgeglichenheit, der Einklang mit mir selbst. Doch das erreiche ich nur, wenn ich alles in mir richtig ordne. Anselm v Grün: Quellen der Kraft




