Freiheit

Die Brille der Freiheit

Die Zeit war wieder gekommen,
dass sich die Freiheit ihre Brille aufsetzte,
um den Blick auf das gelebte Leben zu richten
um klar und unbarmherzig Gericht zu halten.
Überholte, leblose Normen, nutzlose Grenzen, l(i)eblose Werte
nahmen ihre Hüte und
verließen wortlos den Raum,
weil die Bewusstheit,
gestärkt durch die klare Sicht und
Unterstützt durch die Entscheidung und die Entschlossenheit
ihnen den Nährboden entzogen.

Die Pflanzen der Erweiterung, Entfaltung und Entwicklung
rekelten sich freudig im erweiterten Raum,
den sie nun hatten
und schon wurden auf ihren Stämmen Früchte sichtbar.

Eine dieser Früchte,
die Entscheidung zur freiwilligen Abgängigkeit,
wurde nun öfters gepflückt,
weil ihr Geschmack mit jedem Zyklus besser wurde.

Das Risiko und der Mut waren diejenigen,
die die Grenzsteine erweiterten,
unter den achtsamen Blicken der Demut und der Verantwortung.

Die Freiheit legte ihre Brille wieder zur Seite,
weil die Schleier verschwunden waren und
blickte ehrfürchtig dem Schicksal in die Augen,
das von den Bergen herunterblickte,
sich seiner Macht und Stärke wohl bewusst.



Roman Götz, November 1999

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