Reflexionen zur Freiheit
Freiheit
Freiheit oder wie bewältige ich die Hölle der Möglichkeiten ?
Es wird gesagt: In die Hölle wird man nicht geworfen, sie ist ein Zustand in dem man das Licht noch nicht ertragen kann.
Das bedeutet wohl, dass wir das Licht der Freiheit, das uns zur Zeit bestrahlt, nicht ertragen können. Wir leiden an der Vielfalt am Höhepunkt der Freiheitsgesellschaft, in der alles möglich wird und zugleich nichts mehr geht. Jeder hat bald seine eigene Autotype, zahlt dafür ein Vermögen – noch mehr fließt bei steigenden Ölpreisen in den Tank – und schränkt mit diesem unglaublich unwirtschaftlichen Individualismus und Freiheitssymbol seine Lebensgestaltungsmöglichkeiten unglaublich ein. Es ist sicher, dass man sich um die Monatskosten eines Mittelklasseautos jede vierte Woche einen schönen arbeitsfreien Urlaub gönnen könnte. Das Individuum hat jede Freiheit, muss sich aber unbedingt ein Einfamilienhaus bauen, ein zu teures Auto fahren, nur um die eigenen Freiheit zu demonstrieren. Man muss auch Einkaufen gehen, damit es der Wirtschaft gut geht. Manchmal denke ich mir, `gut das es zwischendurch leerstehende Geschäfte gibt, da kann man dann davorstehen, durchatmen und muss nicht die Freiheit haben reinzugehen und was zu kaufen.
Die Anforderung an die Selbstständigkeit (psychologisch und wirtschaftlich) ist enorm gestiegen, denn die Fallen sind subtiler geworden. Die wesentliche nennt sich ´normal sein´
Es ist diese unglaubliche Macht des `Es ist halt so´, die der Normalität die Krone des Wahnsinns aufsetzt..
Ein Weisheitslehrer sagte mir mal: es gibt nur zwei Freiheiten: 1. Die Freiheit vom Geld. Das bedeutet nichts zu haben, nur sich Selbst – dann kann man eigentlich nur gewinnen in der Abfalls-, Überflussgesellschaft. Wenn man bescheiden genug ist und zugleich alle Fähigkeiten zusammenhält, dann ist immer genug da. 2. Die Freiheit durch Geld. Das bedeutet man hat wirklich genug. Über 64.000 Österreicher sind ja statistisch erforscht Dollarmillionäre und es sind letztes Jahr wieder 5 % mehr geworden. Deren Geld ist angelegt und vermehrt sich - manche denken auf Bäumen. Nein es wird woanders abgezogen. Wo? Diese Frage persönlich zu beantworten ist das Wirtschaftsräsel das ihr Leben praktisch verändern wird.
Selbst- ständig sein, ein echt schönes Wort. Das erschöpfte Selbst leidet daran, immer Selbst sein zu müssen, d.h. all die Möglichkeiten die es gibt auch zu leben.
Bei dieser hohen Aufgabe verheddern sich immer mehr im subtilen Machtgestrüpp der gesellschaftlichen Umstände und der selbstgewählten Totalüberforderung namens burn-out:
Was sind einige der Dornenstauden, die den Prinzen langsam in den Schlaf legen?
• die Anforderung, den Wohlstand äußerlich hochzuhalten, gemessen an äußeren Werten: das Auto, das Einfamilienhaus, die schicke Kleidung, das Technikspielzeug, das man doch nie bedienen kann.
• die immer noch verleugnete Eurofalle des 30 % igen Wertverlustes für den breiten Mittelstand
• die Banken , die im Geld schwimmen aber doch nur mehr denen eins borgen(dürfen-Basel) die schon genug haben
• die psychologische Kauffalle der 130 % Kostensteigerung im Geldausgeben wenn 1 (Euro) wieder 1 (Schilling) ist
• die anerzogene Schuldkomplex bei Schulden (´ich bin selber Schuld´-bei einem psychologischen Flächenbombardement, das zu Konsumkrediten und übermäßigem Kauf einlädt)
• das vertragliche Gebundensein in immer unverständlicheren Verträgen bei denen die Rechnung erst am Schluss, meistens ohne Wirt gemacht wird. Z.B. 45 Euro Kontoauflösungsgebühr




