Freiheit von mir Selbst

In der 1952 erschienenen Arbeit ÜBER DIE GEBURT DER FREIHEIT AUS DER ENTFREMDUNG fasst Gehlen (Arnold Gehlen) seine Anthropologie in dem Gedanken zusammen: " Der Mensch wird durch seine Subjektivität überfordert. Es lässt sich nichts auf sie gründen, weil sie ins Nichts hinabreicht, in jenen `Hiatus´, der sich öffnet, wenn der Mensch aus den Automatismen seiner HANDLUNGEN herausfällt und innerlich wird. Statt zu sich zu kommen, sollte er besser versuchen, zur Welt zu komen. Versachlichung und Objektivierung sind überlebensnotwendige Entfremdungen. Der Mensch ist ein Weichtier, die Institutionen sind die SCHALEN UND PANZER, DIE IHM HALT GEBEN UND IHN SCHÜTZEN. Der Mensch kann zu sich und seinesgleichen ein dauerndes Verhältnis nur indirekt festhalten, er muss sich auf einem Umweg, sich entäußernd, wiederfinden, und da liegen die Institutionen. (:::) Der Mensch soll sich nicht nach sich selbst richten, da er sündig (...bitte eine eigene Übersetzung dieses Begriffes finden....) ist, so lehrte Augustinus Gehlen erklärt: Der Mensch kann sich nicht nach sich selbst richten, weil er ein solch fest umrissenes Selbst gar nicht besitzt. Der Mensch ist ein Wesen, zu dessen wichtigster Eigenschaft es gehört, `zu sich selbst Stellung nehmen zu müssen.´Aus seinem Selbstverhältnis zieht er keinen Selbstgewinn, sondern er entdeckt nur die Fraglichkeit seines Wesens. Allenfalls gerät er in eine Kreislaufbahn um sein unbekanntes Selbst. Im unmittelbaren Selbstbezug gibt es keine Feststellung darüber, was und wer der Mensch ist. Diese Dauerfraglichkeit aber ist eine Überforderung, die nach Entlastung verlangt.. Die Institutionen bewahren den Menschen davor, im Wirbel der Fragen unterzugehen. Der Anfang der Insitutionen ist das Enede der Fragen. Das menschliche Talent für die Institution beruht darauf, dass er `Intentionen´hat, die von ihm selbst wegführen und ihm erlauben, sich in den Weltbezügen festzuleben. Das geschieht durch Handlungen. ( Come to Kinetiks !!) Handlungen verdichten sich in Institutionen und werden dort, unter Einsparung von Energie und beschwerlicher Eigeninitiative, zu regelhaften Abläufen und Automatismen.(Rüdiger Safranski: Das Böse oder Das Drama der Freiheit S. 105/106)

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