Überfluss und Mangel (Teil2)

Überfluss und Mangel (Teil2)

Letztens war ich wieder mal in der Kirche – Firmung. Es waren viel zu viele Kinder da, die viel zu lebendig waren. Der Abt konnte kaum in Ruhe seine Fülle entfalten.
Überhaupt gibt es immer noch viel zu viele Kinder sonst gäbe es ja nicht Schulklassen mit 30 Kindern, was ja wirklich mehr als zu viel ist für einen Lehrer, dem das ohnehin alles viel zu viel ist. Wenn wir überhaupt aufhören würden Kinder zu haben, dann würde die Gesellschaft viel schneller aussterben und wir wären auch gefordert, dass viele Geld zu Lebzeiten auszugeben oder wem zu schenken, der es braucht. So müssen wir uns viel zu viel Sorgen machen drum, das es nicht automatisch nur durch Herumliegen viel weniger wird, wenn es sich nicht überhaupt schon in irgendeinem Großrechner aufgelöst hat.
Gott sei dank zahlen wir viel zu viel Steuern und arbeiten viel zu viel, für immer weniger Geld, das schafft Ausgleich.
Andererseits haben auch die Banken – so liest man – viel zu viel Geld, das sind die Sparguthaben, der vielen alten Menschen. Die haben auch das Problem, das sie es arbeiten lassen müssen, das Geld, nur leider dürfen sie niemand einen Kredit geben, der nicht schon überflüssiges Geld hat, sehr verzwickt. Darum bauen sie sehr große Geschäfte, damit die ganze überflüssige Ware mehr Platz zum herumliegen hat und viel kleine Geschäfte zusperren dürfen, damit man in der Stadt beim Spazierengehen nicht mehr so viel Geld ausgeben muss.
Eigentlich ist es ganz überflüssig sich über die Arbeit des Geldes zuviel Gedanken zu machen, denn man erwischt es sowieso nie wenn es gerade recht fleißig ist. Wir wissen nur, dass es arbeitet, weil es nachher so dreckig ist. Neulich habe ich einen Satz gelesen: `Der Depressive´ – das ist der, der sich zuviel Bedrückendes aufgeladen hat - ist nicht voll auf der Höhe. Er ist so erschöpft von der Anstrengung er selbst sein zu müssen.
Ist das eigentlich normal, wenn man der Normalität entkommen wollen muss, nur um dem Anpassungsdruck zu unterliegen `Wer zu sein´? Das ist irgendwie wie mit den Jeans. Irgendwann tragen sie alle. Ich empfehle zum Ausbruch eine Portion Verrücktheit, gemischt mit zwei mal an der falschen Stelle ausrasten, eine Prise lass mir ja meine Probleme in Ruhe, zwei Minuten Vogelgezwitscher und einen vollen Einkaufswagen vor der Kasse stehen lassen und darüber zu lachen um zu entdecken, das ich nicht der bin für den ich mich halte. Ich bin viel mehr. Ich bin der Gestalter meines Lebens. Niemand kann mich zwingen normal zu sein, das ist der verrückteste und gefährlichste Virus, der zur Zeit unterwegs ist.

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