" die Gnade trifft uns, wenn wir in großer Not und Unruhe sind.Sie trifft uns, wenn wir durch das dunkle Tal eines sinnlosen und leeren Lebens wandern. Sie trifft uns, wenn wir unsere Entfremdung tiefer als gewöhnlich empfinden, weil wir ein anderes Leben verletzt haben. Sie trifft uns, wenn unser Ekel vor unserem Sein, unserer Gleichgültigkeit, unserer Schwäche, unserer Feindseligkeit, unserem Mangel an Richtungen und gelassenheit uns unerträglich geworden ist. Sie trifft uns, wenn Jahr um Jahr die ersehnte Vollendung unseres Lebens nicht zustande kommt, wenn uns vor Jahrzehnten alte Zwänge beherrschen, wenn die Verzweiflung alle Freude und allen Mut zerstört. Manchmal bricht in einem solchen Augenblick ein Lichtstrahl in unsere Dunkelheit, und es ist, als spräche eine Stimme: du bist angenommen, angenommen von dem, der größer ist als du und dessen Namen du nicht kennst. Fage jetzt nicht nach dem namen; vielleicht wirst du ihn später erfahren. Versuche jetzt nicht, iregnd etwas zu tiun; vielleicht wirst du später viel tun.Suche nichts; leiste ncihts; plane nichts. Nimm einfach die Tatsache an, daß du angenommen bist. (Tillich in : K. Asper verlassenheit und Selbstentfremdung)
Geschrieben von Mag. Norbert Krennmair
in Stationen der Seele
um
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