Die Tugend des rechten Maßes

Mittwoch, 22. Juni 2005

Die Tugend des rechten Maßes ist neben der GERECHTIGKEIT, der TAPFERKEIT, und der KLUGHEIT einer der vier Kardinaltugenden nach Platon und Aristoteles.

"Sie verlangt zuerst, dass ich mein Maß erkenne. Erst dann vermag ich, meinem Maß entsprechend zu leben. Jeder Mensch hat eine Veranlagung, sein je eigenes Potential an Kräften und Fähigkeiten. Das eigene Maß zu erkennen, heißt auszuloten, was ich zu leisten vermag und was in mir an Möglichkeiten steckt. Wer gegen sein Maß lebt wird krank. Der Maßlose überfordert sich selbst und lebt an sich vorbei. Im Griechischen heißt diese Tugend sophrosyne´= ordnende Verständigkeit. Die Lateiner sprechen von `temperantia´. Temperare´heißt: richtig ordnen, zusammenfügen, zügeln, schonen. Es gehört also zu dieser Tugend die Fähigkeit, das eigenen Leben so zu ordnen , wie es meinem Wesen und meinem Maß, meiner `mensura´entspricht. Das Ziel des rechten Maßes ist die Ruhe der Seele, die innere Ausgeglichenheit, der Einklang mit mir selbst. Doch das erreiche ich nur, wenn ich alles in mir richtig ordne. Anselm v Grün: Quellen der Kraft

Lebensverlängerung

Dienstag, 14. Juni 2005

Wozu dient dann ein Leben, das sich über neun Jahrzehnte in die Länge zieht?
Welchen Wert haben die verlängerten Jahre denn, wenn sie ebenso inhaltslos verlaufen wie alle vorangegangenen?

"Man sagt, ich sei dreißg Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten innerhalb von einer Minute gelebt hätte, wäre ich dann heute nicht neunzig Jahre alt ? (Charles Baudelaire)

Meine (Henri Boulard) Meinung dazu: Eine Lebensverlängerung möchte ich Ihnen nicht wünschen, wenn es sich nur um eine simple Ausdehnung in der Dauer handelt; ich wünsche Ihnen dagegen Lebensfülle im Höchstmaß und innere Erfüllung! Wenige intensiv gelebte Jahre können mehr sein als 100 unnütze, das ist vertane Lebenszeit, die nicht zählt. Nicht die Dauer gibt dem Leben seine Bedeutung, sondern allein seine Qualität. So interessiert mich auch Ihr persönliches Alter nicht, meine lieben Freunde, da ich alte Menschen kenne, strahlend wie Zwanzigjährige und junge Zwanzigjährige von 80 Jahren! ... Das Herz alleine bestimmt das Alter.
Nicht die Zeit fehlt uns heute, sondern das Herz. (Henri Boulard: Alles ist Gnade Herold 1988)
(...)
Die wahre Zeit ist nicht die der Uhr und des Kalenders, sondern die des Bewusstseins."

Bewusst- Sein bedeutet sich bewusst zu sein was die Möglichkeiten dieses Augenblicks sind.
"Der Augenblick ist mein und nehm ich den in acht, so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht. (Andreas Gryphius)

LÖSUNGEN ZUR LEBENSVERLÄNGERUNG:

Das TUN: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.
"Nur die konstruktive Arbeit, das leidenschaftlich-fesselnde Tun löst das Problem. Wenn ich all meine Aufmerksamkeit bündle und in einer Aufgabe konzentriere, die mich fasziniert, dann überschreite ich die Zeit, oder ich hebe sie auf.
Die Selbstaufgabe in der AUFBAGE erfüllt das Wesen.
"Lebensfreude stammt weder aus Erfolg noch aus vermiedenem Mißerfolg. Lebensfreude stammt aus der rechten Praxis."
Die LIEBE
Dasselbe gilt für die Liebe. `Die Liebe setzt alle Zeit außer Kraft.´ Für den Liebenden steht alle Zeit still, sie hört auf zu existieren. Ganz und gar in Beziehung zu sein bedeutet gegenwärtig zu sein und in der Gegenwart ist immer nur dieser Augenblick, keine Vergangenheit, keine Zukunft nur ein Hauch von EWIGKEIT.
"Die wichtigste Funktion der Zeit ist zweifellos unser Erblühen und Entfalten in der Liebe, um sich ihr damit hinzugeben. Zu diesem lichtvollen Wandel, zu dieser Mutation sind wir eingeladen, und möglicherweise ist das der tiefste Sinn unseres Lebens." (H.B.)
Der lebendige AUGENBLICK
Diesen Zauber des Augenblicks, der mich streift, darf ich als eine Gnade entgegennehmen, die ich wie eine Frucht mit beiden Händen fasse - und mir buchstäblich einverleibe, um sie zu kosten, zu schmecken und zu genießen. Und dies geschieht durch den Akt konzentrierter Aufmerksamkeit, der Aufmerksamkeit gegenüber dem flüchtigen Moment. In dem Maß, in dem ich zu diesem Akt fähig bin, zeichnet sich das alltägliche Ereignis in meine tiefste Wesenszone ein und wird dort zur existenziellen Erfahrung. Ich erinnere mich tatsächlich nur an Ereignisse, die ich mit ganzer Seele einst erlebt habe.
Die TRÄUMEREI
Das SPIEL
Ihr sollt werden wie die Kinder, denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.
Der UNSINN
Die Dinge, die man macht, sind der Unsinn, den man macht, wenn man fähig ist, sie zu lieben ohne Sinn, weil man es liebt sie als Unsinn zu machen, dann macht man diese Dinge als ob man sie nicht macht, während man sie wirklich macht, dann erhält das Handeln die Energie der freien Zeit. (SUFI-Meister Steff Stephan)


Lebensbetrachtungen korrigieren

Mittwoch, 8. Juni 2005

Wir leiden nicht an den Dingen sondern an den Vorstellungen von den Dingen.(Epiktet)

Angenommen.....

Sie haben Ihr Leben entsetzlich falsch in die Hand genommen.
Denn wonach haben Sie gejagt?
Immer nur nach dem Richtigen?
Immer nur nach dem Passenden?
Immer nur nach der Erfüllung?
Und dann und wann hatten Sie sogar das Pech,
dass Ihnen das gelang, dass sie Erfüllung zufällig fanden.
In dieser Frau.
In diesem Freund.
In dieser Sache.
In dieser Arbeit.
Aber wenn Sie mich fragen,
mein Lieber, diese Episoden waren die aller
unwichtigsten Stücke in Ihrem Leben.
Richtig allein waren nur die Durststrecken dazwischen.
Die Jahre, die mit Zufällen angefüllt waren.
Die Berufe, die Sie verflucht haben.
Wenn Sie ein Minimum von Erfahrungen erworben haben sollten,
zu danken hätten Sie ausschließlich diesen Zeiten des angeblichen Zeitverlustes.
(Günther Anders)

Achtsam Leben

Dienstag, 7. Juni 2005

Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben – das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins, die Wonne des Wachsens, die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision. Das Heute jedoch – recht gelebt – macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und das Morgen zu einer Vision voller Hoffnung. Darum achte gut auf diesen Tag. (Sanskrit)

Zeit für sich Selbst

Dienstag, 7. Juni 2005

Jeden Tag etwas heilige Zeit und heilendes Tun

Wer nicht 20 min pro Tag Zeit für sich selbst hat führt kein selbstbestimmtes Leben.


Eine Breema-Übung www.breema.com
Langsam Gehen
Still stehen
Ein Glas Wasser trinken
Eine innere Spur verfolgen
Zur Mitte kommen
Einen mutigen Schritt tun
Ein Gebet sprechen
Einen Schluck aus der Quelle nehmen
Eigene Notizen lesen, schreiben
Ein gutes Gespräch
Sich in eine Frage stellen
Einen Wunsch haben und aussprechen
Etwas wegwerfen
Liebe geben
Selbstbestärkende IDEEN erinnern
Mit sich selbst ins Gespräch kommen
Kritzeln
Eine Prise Duft nehmen
Durchatmen
Zum inneren Lächeln kommen
Auf die Vögel hören
Eine Aufgabe erledigen