Fixkostenproletariat
Sonntag, 12. Juni 2005
Ein schöner Begriff - bedeutet, dass man sein Geld auf die Bank bekommt und das meiste ist gleich wieder weg ohne dass man sich bemühen muss. Viele die es gut meinen mit einem -Stichwort Arbeitserleichterung und weniger Spesen - können einfach abbuchen, sie können auch jederzeit die Beträge erhöhen ohne dass man sonderlich gefragt werden muss. Man merkt dann nur, dass sich das Ganze nicht mehr so ausgeht. Einzelhändler sagen vor zwei Jahren haben Weihnachten alle mit der Kreditkarte bezahlt, die letzten Weihnachten alle bar, d.h. sie haben die Sparbücher geplündert, was ja nicht so schlecht ist weil das Geld darauf ja ohnehin von selbst weniger wird.
Irgendwie ist es wie am Bazar in Marrekesch. Solange man Geld im Hosensack hat, hat man immer irgendwie Stress, weil so viele rundherum sind, die eines geschenkt bekommen möchten. Wenn der Hosensack leer ist, ist man frei und kann sich der Fülle rundherum hingeben.
Wir stecken allesamt in einem System indem die Enteignungsprozesse immer subtiler werden.
Man müsste einfach mal drüber nachdenken ob die sogenannten Vereinfachungen nicht einfach wirklich zu kompliziert sind.
Lebensversicherungen die in aller Regel nicht bis zum Ende laufen, weil die Meisten sie vorher mit großem Verlust vorzeitig auflösen. Krankenversicherungen die nur das zahlen was krank hält und nicht das, was gesund macht. Autos die unglaublich schnell fahren, die man aber nur bei staatlicher Strafe so benützen darf wie sie mit unglaublichem Kostenaufwand konstruiert und konzipert sind und die sich immer mehr als großartige Geldvernichtungsmaschinen entpuppen.
Gesetze, die einem vor sich selbst beschützen, d.h. einem zwingen langsam zu fahren damit der Staat dann innerhalb von drei Tagen 14.000 Schnellfahrer abzocken kann.
Ein Sozialversicherungssystem, das einem vorschreibt was gesund ist für die gut bezahlte Gesundheitsmaschinerie obwohl wir doch alle wissen, dass das Meiste davon krank macht. Ich sage immer: "Wenn ich nur über 10 % meines Krankenkassenbeitrages selbst verfügen könnte, d.h. das tun was mich gesund erhält, wär das schon ein Gesundungsbeitrag für mich und das System."
Es wundert einen nicht, dass Depression ein Allgemeinzustand ist. Schade eigentlich, dass man den Vertrag als Bürger mit dem Staat nicht einfach kündigen kann.
Manchmal frage ich mich auch warum sich eigentlich die Bürger das Geld nicht gegenseitig leihen, sondern das was sie haben lieber auf die Bank legen - wo es von selbst weniger wird. Damit sie sich eines ausleihen für das sie 4,5 % bezahlen (ohne Spesen natürlich). Und das nur weil sie glauben, dass es dort sicherer ist. Ich denke die Menschen unserer Kultur haben einfach den gesunden Menschenverstand verloren.
Manchmal geschieht es allerdings, dass sich einige vertrauen und gegenseitig helfen. Das grenzt ja dann schon an ein Wunder. Angesichts so viel unvernünftiger Vernunft muss man ja langsam beginnen wieder am Leben zu arbeiten. Damals hat einer begonnen, die Pharisäer aus dem Tempel zu jagen. es könnte wieder Zeit sein dafür.





