Lebensraum Arbeitsplatz

Montag, 17. Oktober 2005


Jeder einzelne Leistungsbürger ist immer mehr Druck und Stressbelastungen ausgesetzt. Wir verbringen mehr Zeit an der Arbeitsstätte. Insoferne stellt sich immer deutlicher die arbeitspsychologische Frage ob der Lebensraum Arbeitsplatz eine förderliche oder hinderliche Rahmenbedingung ist. Acht Stunden Verkauf immer in der `Auslage´, am Präsentierteller ohne Rückzugsmöglichkeiten ist zum Beispiel eine sichere Überforderung, denn niemand kann ununterbrochen freundlich sein.
Wir verbringen viel Zeit in Arbeitsräumen aber wir stecken wenig Gestaltungsenergie in diese Umstände weil sie uns ja nicht gehören. Also akzeptieren wir das schleichende Gift.
Wir schauen Stunden auf eine graue Wand und wundern uns, dass wir `depressiv´ werden.
Die Eingangstür im Rücken erhöht die Spannung der Rückenmuskulatur.
Die Glasfassade setzt uns unnötigen Hitzebelastungen aus. „ Man kann einen Mensch mit einem Raum genauso erschlagen wie mit einer Axt.“
Welche positiven Gestaltungseinflüsse kann ich an meinem Arbeitsplatz setzen.
Ich wundere mich in meinen Entspannungsseminaren immer wieder warum so viele Leute in der Arbeit ernst und verbissen dreinschauen. Da hilft es schon sich über Symbole, Bilder gelegentlich zu erinnern, dass das Menschenrecht auf Würde und Integrität über den Arbeitsrechten steht – sonst ist man verkauft.
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Zustand

Montag, 29. August 2005

Das ist ein Zustand

Wieso stoßen wir immer öfter auf unmögliche Zustände – dort draußen in der Welt. Auf Umstände in denen sich niemand zuständig fühlt?
Wieso hat man den Eindruck das so viele Mensche in einem miesen Zustand sind? Wie geht´s Ihnen gerade Was ist Ihr gefühlsmäßiger, seelisch-geistiger Zustand – hier und jetzt ?
Wenn Sie ehrlich sind wissen Sie´s nicht so genau! Aber wenn sie schon nicht zuständig sind für den eigenen inneren Zustand, wieso wundern Sie sich über die Zustände in denen wir Leben. Ein Ostdeutscher Philosoph sagte mal: „Die Umweltkrise ist eine Innweltkrise“
Wir haben die Verantwortung für unsere Lebendigkeit aufgegeben. Das erschöpfte Selbst hat keine Kraft mehr zur Erneuerung der eigenen Lebendigkeit. Wir stecken fest, in Umständen, Gewohnheiten in allerlei „Es ist halt so“-Trägheiten.
Einer der aufmerksamen Leser fragte mal warum ich so viele Fragen stelle und so wenig Antworten gebe in der Kolumne. Hier ist die Antwort. Wir brauchen mehr Übungsfelder in eigenständigen Antworten auf die Fragen, die das Leben stellt. Es ist fast alles vorgefertigt: die Mittagsmenüs, die medialen Denkhülsen, das werbegesteuerte Geschmacksempfinden, Denkschablonen über Gute und Böse, ISO-Normen, alle ist geregelt. Wir werden so sehr gemacht, und vorgefertigt, das wir stumpfe Seelenroboter geworden sind die langsam erstarren. Da lobe ich mir die „Verrückten“, die einfach mal etwas tun was nicht vorgefertigt ist oder die Kinder, die nicht folgen, weil sie noch eigen sind. Wie schnell sind wir wieder lebendig, wenn wir beginnen etwas Unsinn zu tun, etws zu sagen was wir immer schon sagen wollten. Der Ärger über die Unperfekten, Undisciplinierten, die einfach aus dem Rahmen fallen, drückt doch nur die eigene Feigheit vor der Lebendigkeit aus. Jede wirkliche Frage in der ich stehe generierte eine Antwort, ganz aus sich und für sich.

Zustandskompetenz

Montag, 29. August 2005

Das ist ein Zustand

Wieso stossen wir immer öfter auf unmögliche Zustände – dort draußen in der Welt. Auf Umstände in denen sich niemand zuständig fühlt?
Wieso hat man den Eindruck, dass so viele Mensche in einem miesen Zustand sind? Wie geht´s Ihnen gerade? Was ist Ihr gefühlsmäßiger, seelisch-geistiger Zustand – hier und jetzt?
Wenn Sie ehrlich sind wissen sie´s nicht so genau! Aber wenn sie schon nicht zuständig sind für den eigenen inneren Zustand, wieso wundern Sie sich über die Zustände in denen wir Leben. Ein Ostdeutscher Philosoph sagte mal: „Die Umweltkrise ist eine Innweltkrise“
Wir haben die Verantwortung für unsere Lebendigkeit aufgegeben. Das erschöpfte Selbst hat keine Kraft mehr zur Erneuerung der eigenen Lebendigkeit. Wir stecken fest, in Umständen, Gewohnheiten in allerlei „Es ist halt so“-Trägheiten.
Einer der aufmerksamen Leser fragte mal warum ich so viele Fragen stelle und so wenig Antworten gebe in der Kolumne. Hier ist die Antwort. Wir brauchen mehr Übungsfelder in eigenständigen Antworten auf die Fragen, die das Leben stellt. Es ist fast alles vorgefertigt: die Mittagsmenüs, die medialen Denkhülsen, das werbegesteuerte Geschmacksempfinden, Denkschablonen über Gute und Böse, ISO-Normen, alle ist geregelt. Wir werden so sehr gemacht, und vorgefertigt, das wir stumpfe Seelenroboter geworden sind die langsam erstarren. Da lobe ich mir die „Verrückten“, die einfach mal etwas tun was nicht vorgefertigt ist oder die Kinder, die nicht folgen, weil sie noch eigen sind. Wie schnell sind wir wieder lebendig, wenn wir beginnen etwas Unsinn zu tun, etws zu sagen was wir immer schon sagen wollten. Der Ärger über die Unperfekten, Undisciplinierten, die einfach aus dem Rahmen fallen, drückt doch nur die eigene Feigheit vor der Lebendigkeit aus. Jede wirkliche Frage in der ich stehe generierte eine Antwort , ganz aus sich und für sich.
WELSER RUNDSCHAU KOLUMNE DURCHGEBLICKT

Überfluss und Mangel (Teil2)

Sonntag, 17. Juli 2005

Überfluss und Mangel (Teil2)

Letztens war ich wieder mal in der Kirche – Firmung. Es waren viel zu viele Kinder da, die viel zu lebendig waren. Der Abt konnte kaum in Ruhe seine Fülle entfalten.
Überhaupt gibt es immer noch viel zu viele Kinder sonst gäbe es ja nicht Schulklassen mit 30 Kindern, was ja wirklich mehr als zu viel ist für einen Lehrer, dem das ohnehin alles viel zu viel ist. Wenn wir überhaupt aufhören würden Kinder zu haben, dann würde die Gesellschaft viel schneller aussterben und wir wären auch gefordert, dass viele Geld zu Lebzeiten auszugeben oder wem zu schenken, der es braucht. So müssen wir uns viel zu viel Sorgen machen drum, das es nicht automatisch nur durch Herumliegen viel weniger wird, wenn es sich nicht überhaupt schon in irgendeinem Großrechner aufgelöst hat.
Gott sei dank zahlen wir viel zu viel Steuern und arbeiten viel zu viel, für immer weniger Geld, das schafft Ausgleich.
Andererseits haben auch die Banken – so liest man – viel zu viel Geld, das sind die Sparguthaben, der vielen alten Menschen. Die haben auch das Problem, das sie es arbeiten lassen müssen, das Geld, nur leider dürfen sie niemand einen Kredit geben, der nicht schon überflüssiges Geld hat, sehr verzwickt. Darum bauen sie sehr große Geschäfte, damit die ganze überflüssige Ware mehr Platz zum herumliegen hat und viel kleine Geschäfte zusperren dürfen, damit man in der Stadt beim Spazierengehen nicht mehr so viel Geld ausgeben muss.
Eigentlich ist es ganz überflüssig sich über die Arbeit des Geldes zuviel Gedanken zu machen, denn man erwischt es sowieso nie wenn es gerade recht fleißig ist. Wir wissen nur, dass es arbeitet, weil es nachher so dreckig ist. Neulich habe ich einen Satz gelesen: `Der Depressive´ – das ist der, der sich zuviel Bedrückendes aufgeladen hat - ist nicht voll auf der Höhe. Er ist so erschöpft von der Anstrengung er selbst sein zu müssen.
Ist das eigentlich normal, wenn man der Normalität entkommen wollen muss, nur um dem Anpassungsdruck zu unterliegen `Wer zu sein´? Das ist irgendwie wie mit den Jeans. Irgendwann tragen sie alle. Ich empfehle zum Ausbruch eine Portion Verrücktheit, gemischt mit zwei mal an der falschen Stelle ausrasten, eine Prise lass mir ja meine Probleme in Ruhe, zwei Minuten Vogelgezwitscher und einen vollen Einkaufswagen vor der Kasse stehen lassen und darüber zu lachen um zu entdecken, das ich nicht der bin für den ich mich halte. Ich bin viel mehr. Ich bin der Gestalter meines Lebens. Niemand kann mich zwingen normal zu sein, das ist der verrückteste und gefährlichste Virus, der zur Zeit unterwegs ist.

Überfluss und Mangel

Mittwoch, 22. Juni 2005

Kolumne Durchgeblickt: Welser Rundschau

Überfluss und Mangel (Teil 1)

Wir leben im Überfluss. Von allem ist zu viel da. Zu viel Wasser, darum verkaufen wir es. Zu viel Ware in den Regalen. Zu viele Informationen, die wir Abspeichern in Megabyte- Dimensionen. Zu viele Freizeitangebote, zuviel Werbung in der Post, zuviel schlechte Nachrichten, zuviel Abbucher. Das heißt übrigens Fixkostenproletariat, wenn das Geld reint kommt und alles ist schon wieder abgebucht.
Wir haben auch zu viele Beziehungen die uns belasten, weil ja alle immer mehr wollen voneinander und wir keine Zeit und Energie haben.
Wir haben auch dauernd zu viele Aufgaben und zu viele e-mails. Sogar zu viel Obst wächst auf den Bäumen, das wird dann vernichtet damit der Preis stabil bleibt.
Schon interessant , das uns der Überfluss immer mehr zu schaffen macht. Selbst die Freiheit, der Wohlstand, die Demokratie, der Verkehr (auf der Straße) alles zu viel. Zugleich gibt es da aber auch allerlei Mangel. Darüber spricht man aber nicht.
Den Mangel an Personen denen man vertrauen kann und die man liebt. Die meißten von uns haben im wasserreichen Österreich Dehydrierungserscheinungen, weil sie das Wasser trinken verweigern und weil zuviel Kaffee und Alkohol da ist, der ja auch getrunken werden muss.
Es gibt immer mehr sehr dünne Menschen, die Mittel im Überfluss verhungern. Und da wären noch die Verzweifelten mit dem erschöpften Selbst, denen alles zu viel ist. Das nennt sich dann Depression, und ist die Fähigkeit das ganze Leiden auf zu fangen, das die `Pseudoglücklichen´, um sie herum verweigern . Die Pseudoglücklichen das sind die, die vor zu viel Erfolg nicht mehr merken wer sie eigentlich sind und was in der Welt vor sich geht und die, die unabhängig von ihrem inneren Zustand sagen `Danke gut´ wenn man sie frägt wie´s ihnen geht. Dann gibt’s da noch die Männer denen es langsam zu viel wird mit Konkurrenz, und Leistungsdruck ohne Entkommen und toller Vater und toller Ehemann und viel verdienen und immer stark sein.
Ja wenn alle Alles haben wollen, dann bleibt eben nichts übrig außer Mangel.
Ich denke man nennt das Dialektik. Wenn jeder nur nimmt, dann entsteht ein riesen Mangel.
Geb´s Gott, das sich da wieder was ändert.

Dem Leben auf der Spur

Mittwoch, 8. Juni 2005

Dem Leben auf der Spur

`Heute schon gelebt.....´ ? Der Alltag als funktionierendes Mitglied der Leistungsgesellschaft ist bestimmt von unablässigem Erledigen von Aufgaben ohne aufzugeben. Das Abbarbeiten des beständigen Überflusses an Anforderungen und Aufgaben wird zur Tugend erklärt und damit gespeißt von Suchtkomponenten. Ich will mehr von der Droge.
Jedoch wird seelisch alles was man betreibt mehr, so auch die Aufgaben. Das System schraubt sich selbst hoch. Je mehr Informationskanäle wir haben desto mehr Information wird verschoben. Wer sich gerne selbst aufgibt im Erledigen von Aufgaben, dem wird vieles zum Lösen aufgegeben bis man schließlich zusammenbricht.
Die Krise, der Zusammenbruch erlöst aus der unbarmherzigen Selbstverleugnung aller Bedürfnisse und Gefühle.

Langsam dringt dann das Leben wieder vor in die ausgemergelten Rizzen der Seele.
Der Mensch ist fähig sich Selbst zu verleugnen, er kann einen Weg gehen auf dem er sich Selbst links liegen lässt.
Die Suche nach der neuen Lebendigkeit ist schwierig, weil die Fußabdrücke des Alten Drachen `Ich bin eben so´ so tief sind. Immer wieder fällt man in die alten Muster und Gewohnheiten zurück, wie es die folgende Entwicklungsbeschreibung deutlich macht.
Entwicklung braucht Zeit
1 Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren...Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos wieder herauszukommen.
2 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.I ch tue so als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es sehr lange wieder herauszukommen.
3 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein...aus Gewohnheit. Meine Augen sind weit offen. Es ist meine Schuld. Ich komme sofort heraus.
4 Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe darum herum.
Veränderung braucht Zeit und die wird einem dann nicht mehr gegeben. Wer also nicht rechtzeitig abbiegt knallt leicht an die Wand. Drum heißt es auch, wenn’s am Schönsten ist soll man aufhören.
Mein Lieblingsspruch: Solange ich lebe ist es nicht zu spät sich daran zu beteiligen. Und wie ein Freund sagte: `Wenn du jetzt nicht du selbst bist, dann bist du´s nie.´

Kolumne Durchgeblickt: Welser Rundschau Mi 8.6.2005

Die Kunst der Reduktion

Sonntag, 5. Juni 2005

Die Kunst der Reduktion

„Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weg lassen kann.“ Dieser weise Satz von Saint Exupery steht im Eingangsbereich eines renomierten und erfolgreichen Welser Sanitärgroßhändlers und lädt dazu ein, zu überlegen, ob die Perfektion der Einfachheit schon erreicht ist.

Diese Mangelware Einfachheit in der komplexen Gesellschaft ist sehr erholsam.
Das more and more der vielfältigen Konsumangebot und Unterhaltungsmöglichkeiten hat nicht nur Vorteile. Wir sind auf das Sammeln und Anhäufen produziert und füllen unsere seelischen und äußeren Räume mit allerlei Dingen an. Jedes einzelne hält uns in der Vergangenheit fest, es erinnert an etwas, das gewesen ist. Das Leben ist immer hier & jetzt.
Es kann sehr befreiend sein, etwas wegzugeben, herzuschenken oder auch einfach aufzuräumen, Ordnung zu schaffen. Arbeitstechnisch, ist es sehr ratsam, den Platz an dem man arbeitet, von allem zu befreien, was da nicht unbedingt notwendig ist. Die Konzentrationsfähigkeit wird sich schnell erhöhen. So gesehen ist es gut sich zu fragen: „Was kann ich alles ungestraft weglassen.“ Wieviel brauche ich wirklich?
Ähnlich wie am Schreibtisch ist es mit der aktiven Lebensgestaltung. „Wir leiden an der Hölle der Möglichkeiten.“ Sich einmal die Vielfalt an Werten, Freizeitunterhaltungen oder Träumen zu notieren und dann schrittweise die wegzulassen, die mir weniger wichtig sind als andere solange bis das Wichtigste übrig bleibt, macht das Leben einfach. Ich mache es einfach und es gibt ja bekanntlich nichts Gutes außer man tut es. Jeder äußere Raum den ich gestaltet habe, wirkt positiv auf mich zurück auch die kleinsten Veränderungen. Jeder innere Raum – in Form von positiven Stimmungen, den ich kultiviere ist eine unerschöpfliche Kraftquelle.
Jedes unnötige Ding von dem ich mich trenne ist eine Befreiung und vielleicht freut sich ja jemand über ein Geschenk.
Auch in meinem Beziehungsumfeld kann ich mal `aufräumen´. Die Klärungsfrage lautet: „Wer tut mir gut ?“ und weiter: „Warum kümmere ich mich immer um die anderen, die die mir nicht gut tun?“
Kolumne Durchgeblickt in: Welser Rundschau Mai 2005